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RE: Laminektomie???

#1 von Andre ( gelöscht ) , 23.01.2002 14:44

Hallo Leute,
vieleicht kann mir ja jemand weiterhelfen.

Im Internet habe ich als (warscheinlich) Behandlungsmöglichkeit den Ausdruck "dekomprimierenden Laminektomie" gefunden.

Weiß jemand was das ist?
Emaila.wolf4@epost.de


Andre

RE: Laminektomie???

#2 von Terragina , 23.01.2002 15:23

Habe Dir eine E-Mail geschickt :-)

Grüße von Kerstin[2)


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RE: Laminektomie???

#3 von Kerstin , 23.01.2002 17:17

Idiopathische oder degenerative Skoliose kann eine Spinalstenose hervorrufen . Dies kann bei Älteren auftreten, bei denen Osteoporose eine degenerative Skoliose bewirken kann.

Jedes Jahr unterzieht sich etwa jeder tausendste in der Altersgruppe über 65 Jahren einer Laminektomie, hauptsächlich wegen degenerativer lumbaler Spinalstenose. Eine lumbale Stenose wird durch eine kongenitale oder degenerative Einengung des Spinalkanals und der Foraminae hervorgerufen und führt zu einer Kompression der lumbosakralen Nervenwurzeln und des Rückenmarks. Diese Erkrankung manifestiert sich gewöhnlich zwischen dem fünften und sechsten Lebensjahrzehnt.

Soweit ich weiß, wendet man eher eine Hemilaminektomie
(halbseitige Entfernung des hinteren Teils eines oder mehrerer Wirbelbögen zur Freilegung des Wirbelkanals) an. Eine Hemilaminektomie wird z.B. bei Operation eines Bandscheibenvorfalls oder Rückenmarkstumors durchgeführt, um einen besseren Überblick über das Operationsgebiet zu erzielen. Nur selten wird statt dessen eine Laminektomie mit operativer Entfernung des ganzen Wirbelbogens und Dornfortsatzes durchgeführt, da sie zu Instabilitäten der Wirbelsäule führt. Empfehlenswert ist sicher eine Zweit- und Drittmeinung bei einem bekannten Wirbelsäulenchirurgen einzuholen.
Während der Operation werden die verdickten und hervorstehenden Knochenformationen, welche auf die Nerven drücken, entfernt und somit die Schmerzen gelindert. Diese Technik ist ein minimaler Eingriff und kann, falls notwendig, unter örtlicher Betäubung durchgeführt werden (z.B. bei älteren Patienten - welche häufiger an Stenose erkranken). Bei Patienten in gutem Allgemeinzustand wird die Operation ambulant durchgeführt. Zumindestens hier.

Siehe auch hier

Und hier steht auch noch was unappetitliches

Ich hoffe, du fragst nicht wegen Wirbelsäulenmetastasen nach der Dekompression durch Laminektomie sondern nur wegen der Spinalkanalstenose.


Enthaftungserklärung
Die vorstehende Antwort wurde nach bestem Wissen und Gewissen entsprechend den in der Frage gemachten Angaben beantwortet. Die Antwort kann nicht als Ersatz für einen Besuch bei einem Arzt dienen. Ich lehne deshalb jegliche Haftung für unmittelbare sowie mittelbare Schäden und immaterielle Unbill, die aus der Befolgung der Ratschläge entstehen, ab. Falls Sie Schmerzen oder Beschwerden haben, kontaktieren Sie in jedem Fall einen fachkompetenten Mediziner.


 
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RE: Laminektomie???

#4 von Terragina , 23.01.2002 20:09

Hallo Wolf!

Gerade habe ich gesehen, daß mein Mail nicht zustellbar war, also kopiere ich es Dir jetz noch mal hier hinein. Scheint mir aber auch ziemlich deckungsgleich mit Kerstin`s Ausführungen zu sein. Die Quelle habe ich ja mit angegeben, denn ich selber habe davon die wenigste Ahnung.

Jedenfalls hoffe ich, daß ich Dir damit auch ein bißchen helfen kann!

Hier nun das Original-Mail von ca. 15 Uhr ;-):


Lt. "Pschyrembel" ist "Dekompression" die theraupeutische Druckentlastung bei Hirndrucksteigerung, Ableitung von Darminhalt als konservativer Behandlungsversuch bei Ileus (das ist eine Störung der Darmpassage infolge von Darmlähmung oder Darmverschluß)) und die operative Stabilisierung einer Wirbelsäulenkomrpessionsfraktur.


"Laminektomie" ist die selten angewandte Resektion (= Entfernung) eines ganzen Wirbelbogens mit Dornfortsatz.


Indikation hierfür:
operative Erweiterung einer interlaminären Fensterung zur besseren Darstellung des Operations-Gebietes onder benachbarter Spinalwurzeln, z. B. bei Bandscheiben-OP oder Rückenmarktumoren.

So steht es geschrieben - aber ich muß leider sagen:

Das klingt ja nicht gerade vertrauenserweckend.

Warum auch immer Du diese Erklärungen brauchst, hoffentlich bist Du jetzt schlauer!!

Herzliche Grüße

Kerstin


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RE: Laminektomie???

#5 von CTLSO ( gelöscht ) , 21.04.2002 22:54

Hallo liebe Leute!

Ich bin gerade dabei die Forum-Beiträge zu durchstöbern, da ich dieses Forum erst seit ein paar Wochen kenne. So entschuldigt mich bitte, wenn ich zu nicht aktuellen Beiträgen auch mal meinen "Senf" dazugebe.
Ich bin erstaunt mit welcher Kompetenz Kerstin aber auch andere Teilnehmer auf die Fragen antworten! Hut ab, tolles, niveauvolles Forum.
Darf ich zu diesem Thema meine Erfahrungen hinzufügen:
Hemilaminektomien oder Laminektomien werden nicht nur an der degenerativen Wirbelsäule(WS), sondern und in erster Linie bei akuten Bandscheibenvorfällen (Hebetraumata, Unfälle usw.), wo neurologische Ausfälle durch plötzliche Wurzel- oder Rückenmarkkompression auftreten, durchgeführt. Dies hat mit Skoliose eigentlich nichts zu tun.
In meiner bisherigen Laufbahn als Neurologe habe nur ganz wenige akut operationsbedürftige Bandscheibenvorfälle bei Skoliose-Patienten gesehen. Schon wesentlich häufiger sind Bandscheibenschäden bei Kyphose- oder Kyphoskoliose- Patienten, da dort die zwei mechanisch kritischsten Lordose-Stellen der WS (Hals-/Lendenbereich)besonders belastet sind.(Selber mehrfach betroffen.)
Bis bald,
CTLSO


CTLSO

RE: Laminektomie???

#6 von Kerstin , 22.04.2002 17:52

Ich bedanke mich mal für das Kompliment und kann nur sagen:
Lesen bildet


 
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