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RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#1 von Joal ( gelöscht ) , 30.01.2002 09:39

Hallo,
unser Sohn 14 hat die doppelte Skoliose 26/28 Grad.
Korsettversorgung wurde eingeordnet und wir überlegen, ob das Tatsächlich die einzige Lösung ist.

Ich habe von der Therapie bei dem Chiropraktiker gehört - aber finde erst mal einen, dem Du wirklich Dein Kind anvertrauen kannst. Und ob er auch die Verantwortung übernimmt?!
Natürlich macht er auch Krankengymnastik und übt jeden Tag zu Hause. Kann uns jemand etwas zu diesem Thema sagen?
Was für Erfahrungen habt Ihr gemacht?
Bin dankbar für jede Nachricht.

Besorgte Mutter

Übrigens vielleicht kann mir jemand einen guten Chiropraktiker in Hamburg empfehlen ?


Joal

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#2 von Kerstin , 30.01.2002 17:30

Zwingend behandlungsbedürftig wird eine Verkrümmung zwischen 15 und 20 Grad nach Cobb. Unter 20 Grad nach Cobb reicht für gewöhnlich eine funktionelle, physiotherapeutische Behandlung (Krankengymnastik) aus, die Wirbelsäule auszugleichen und zu stabilisieren.

Ab 20 Grad nach Cobb muss man leider annehmen, dass eine Skoliose einen ungünstigen Verlauf nimmt, sobald der puperale Wachstumsschub einsetzt und dies macht komplexere Maßnahmen erforderlich. Zwischen 20 und 50 Grad nach Cobb wird häufig auch eine Korsett-Versorgung des Patienten notwendig, besonders dann, wenn zu befürchten ist, dass krankengymnastische Maßnahmen allein nicht ausreichen die progrediente Krümmungsneigung aufzuhalten.

Die erste Behandlungsstufe erfolgt in der Regel orthopädisch, meist in Nutzung korrigierender Orthesen (Korsettbehandlung).

Bei einer leichten Skoliose reicht die tägliche Krankengymnastik mit Stärkung der Bauch- und Rückenmuskulatur, bei stärkeren Verformungen wird ein Korsett angepasst. Eine operative Korrektur ist nur bei schweren Verformungen notwendig.

Bei Korsettträgern ist das Training der Rumpfmuskulatur besonders wichtig, da diese sonst rapide schwächer wird und der Krankheit weiter Vorschub leistet.

Hier mal ein paar Chiropraktik-Links, damit du dir selber ein Bild machen kanst:

0. Link
1. Link
2. Link
3. Link


 
Kerstin
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RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#3 von Lena ( gelöscht ) , 11.02.2002 22:12

hallo besorgte Mutter

ich habe selbst skoliose und bin 13 jahre alt. ich kann ihnen leider nichts zu chiropraktiker sagen. ich kann ihnen nur sagen, dass ich ein korsett habe. ich verzweifle schon manchmal, aber es lohn sich. wenn ich das korsett in der nacht anhatte, dann ist mein rücken fast gerade. und ich habe wirklich keine lust im schwimmbad angeglotzt zu werden, weil ich eine skoliose habe.

wenn sie niemanden finden, der chiro... macht, dann können sie sich ja das mit dem korsett überlegen.

lena


Lena

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#4 von BZebra ( gelöscht ) , 26.05.2002 12:31

Seien Sie froh darum, daß Ihr Arzt Ihnen RECHTZEITIG eine Korsett-Behandlung verordnet.

Wie Kerstin schon gesagt hat, muß man im Laufe von Pubertät und Längenwachstum ab einer bestimmten Gradzahl mit einer Verschlechterung rechnen; und diese kann sehr schnell und gravierend eintreten (bei mir z.B. innerhalb von 9 Monaten von 32° auf 58°).

Ist erst einmal eine derart starke Krümmung entstanden, ist diese mit konservativen Methoden nur noch schwer zu behandeln.
Viele Mediziner sind bereits ab einer Verkrümmung von 50-60° der Meinung, daß nur noch eine Operation hilft.
"ZUM GLÜCK" (wenn ich einige der Beiträge in diesem Forum lese ) bin ich um eine OP drum rum gekommen; wohl allerdings nur, weil ich im letzten Moment noch an die richtigen Adressen geraten bin.

Wer sich unsicher ist, was seine Behandlung betrifft der sollte sich an die Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim wenden (sie gilt als die weltweit beste und erfahrenste Klinik auf dem Gebiet der konservativen Skoliosebehandlung; krankengymnastische Therapie.)
Ein stationärer Aufenthalt wäre natürlich optimal, aber man kann sich hier auch im Rahmen eines Arztbesuchs dem leitenden Orthopäden vorstellen um dessen Meinung einzuholen.

Alternativ gibt es noch eine "newcomer"-Klinik in Bad Salzungen die seit 4 Jahren ebenfalls nach der Schroth-Methode therapiert. (Vorteil: Kurze Wartezeiten für eine stationäre Aufnahme).

In Sachen Korsett kann ich nur einen empfehlen, bei dem man sich 100%ig in der richtigen Hand befindet: Rahmouni in Stuttgart (der Weg sollte hier wirklich nicht zu weit sein, auch wenn man aus Hamburg oder der Schweiz kommt.)
Wer meint ihm würde auch ein Korsett vom Orthopädiemechaniker in der Nachbarstadt langen: NEIN!!! Auf diese Weise muß man schon sehr viel Glück haben, um an den richtigen zu geraten.
Wenns unbegingt was in der Nähe sein muß, dann sollte man sich in der Katharina-Schroth-Klinik nach empfehlenswerten Orthopädiemechanikern in Deutschland erkundigen.

Man sollte nie vergessen, daß garkein Korsett u.U. noch besser ist als ein schlechtes.
Wie viele Leute haben in diesem Forum schon geschrieben, daß sie trotz frühzeitig begonnener Korsett-Behandlung einer OP nicht entgehen konnten: Korsett nicht in Ordnung??!
Bezeichnend ist die Frage, die ich in Sabines Skoliose-Info-Forum gefunden habe: "Kennt Ihr Alternativen zu Rahmouni?". Hierzu gab es bis heute noch keine richtige Antwort.
Selbst die in Sachen Physiotherapie so gute Katharina-Schroth-Klinik wird hier nicht wirklich als Konkurrenz gehandelt.

Außerdem: Die Korsett-Behandlung von Rahmouni ist auch bei schwereren Skoliosen noch erfolgreich (meiner-einer z.B.), da seine Korsetts um einiges mehr korrigieren als es in der Regel üblich ist (Überkorrektur).
Die besten Erfolge erzielt man jedoch bei geringen Verkrümmungen, wo wir wieder bei der Anfangsfrage "Ist ein Korsett wirklich nötig?" wären.
Um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen: JA! Besser früher als später. Dann hat man sogar noch die Chance seine Wirbelsäule fast vollständig zu begradigen.

BZebra

p.s. Wer sich davor fürchtet, ein Korsett tragen zu müssen:
Ist nur halb so wild. Trägt man es regelmäßig gewöhnt man sich ganz schnell daran. Lest die Erfahrungsberichte in den Foren hier und bei Sabine. Da scheinen sogar vollkommen gesunde Leute (zumindest was die Wirbelsäule betrifft ) gefallen daran zu finden.


BZebra

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#5 von Vera T. ( gelöscht ) , 26.05.2002 14:00

@Joal:

Ich würde auf jeden Fall einer Korsettbehandlung zustimmen, weil du dir sonst später große Vorwürfe machen wirst.
Stell dir vor, dein Sohn hat in ein paar Jahren 40°, 50° oder sogar mehr, muss vielleicht operiert werden und du hättest das (vielleicht) verhindern können.

Ich hätte eigentlich ein Korsett gebraucht, hatte aber keines, weil meine Ärztin die Gradzahl nicht misst und äußerlich sieht man mir meine ungefähr 40° wohl nicht an.
Und meine Mutter macht sich jetzt Vorwürfe, weil sie mal zu einem anderen Arzt hätte gehen sollen und der hätte mir vielleicht ein Korsett verschrieben....
Also sie macht sich Vorwürfe, ohne was dafür zu können.

Liebe Grüße
Vera


Vera T.

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#6 von sloopy , 27.05.2002 11:29

Hallo Joal,

ich kann deine Besorgnis und deine Ängste gegen über einem Korsett gut verstehen. Als meine Skoliose festgestellt wurde, war cih elf Jahr alt und mein Orthopäde schlug gleich eine Korsettbehandlung vor. Meine Eltern waren total gegen das Korsett, weil meine Eltern das, genau wie du für dein Kind, für mich total schlimm fanden! Ich war natürlich froh drüber...

ALternativ war ich dann in Bad Sobernheim und die Ärzte dort sagten mir (leider) dass ich noch kein Korsett bräuchte- ich solle erst einmal abwarten, was die Kur bringt und im nächsten Jahr wieder kommen. So ist es dann geschehen und meine Skoliose war auch stehengeblieben und eine Korsettbehandlung wurde nicht mehr als notwendig angesehen. Als ich dann wieder ein Jahr später nocheinmal in Sobernheim war, kam der grosse Schock- meine Skolisoe war von irgendwas in die 20 ° auf über 40 ° schlimmer geworden. Ich bin ziemlich sicher, dass das mit Korsett nicht passiert wäre!!!!

Heute bin ich 23 Jahre alt und ich werde versuchen, ein Korsett zu bekommen. Ich war schon bei einigen Ärzten deswegen, doch leider sind viele Ärzte der Ansicht, dass ein Korsett im Erwachsenenalte keine Wirkung mehr zeigt. Ich will es aber auf jeden Fall versuchen!

Abschliessend möchte ich sagen- stimme auf jeden Fall der Korsettbehandlung zu und kümmer dich um einen Aufenthalt in der Katharina-Schroth-Klinik in BAd Sobernheim! Die Anfangszeit mit Korsett wird sehr schwierig werden, aber in Sobernheim haben so viele Kinder und Jugendliche ein Korsett, so dass man dort sieht, man ist nicht allein!!!!!

ich mache meinen Eltern absolut keine Vorwürfe, weil sie damals gegen die Korsettbehnadlung waren, aber ich weiss, dass sie, wenn sie noch einmal davor stehen würden, dem Korsett auf jeden Fall zustimmen würden!!!!!

Gruss, Sabine


sloopy  
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RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#7 von NettiAngel ( gelöscht ) , 27.05.2002 12:28

Hallöchen!

Nun wollte ich auch noch mal kurz etwas zu diesem Thema sagen.
Also als bei mir Skoliose festgestellt wurde, war ich 13 Jahre jung. Und ich habe mich natürlich total gegen ein Korsett gewährt. Um so größer war dann meine Angst als ich zur Untersuchung musste. An diesem Tag sollte sich vorerst entscheiden: korsett ja/nein.
Man kann sich sicherlich vorstellen wie glücklich ich war als meine Orthopädin meinte, ich bräuchte kein Korsett. Und das bei 32° oben und 25° unten.
Und bis heute habe ich noch kein Korsett bekommen. Ich habe meine Skoliose, durch Krankengymnastik, ein bisschen verbessern können (oben 30°/unten 20°) aber ich denke mit Korsett wäre dies deutlich besser gewesen.
Ich war eindeutig zu jung um einzusehen das ein Korsett das richtige für mich gewesen wäre. Und dann noch die Bestätigung durch meine Orthopädin. Man sollte sich wirklich die Meinung mehrerer Ärzte einholen.
Meine Ärztin hat mir sogar verschwiegen das es spezielle Skoliose Kuren gibt. Heute, nach mehrjähriger Behandlung, merke ich erst das meine Ärztin keine gute ist.
Ich habe auch vor den Arzt zu wechseln. Leider gibt es in meiner Gegend nicht viele Kompetente.
Ich kann ihnen nur Raten, bei ihrem Sohn auf jedenfall eine Korsettbehandlung vorzuziehen. Später machen sie sich vielleicht wirklich Vorwürfe.
Machen sie ihrem Sohn klar wie wichtig ein Korsett für ihn ist!
Viele Grüße Janett


NettiAngel

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#8 von Toni ( gelöscht ) , 29.05.2002 11:35

Es ist natürlich, daß Eltern zunächst versuchen, ihr Kind vor Schmerz und Unbequemlichkeit eines Korsetts zu bewahren.
Ich kann mir aus meinen eigenen Erfahrungen aber nicht vorstellen, daß auch der allerbeste (Erst mal finden!) Chiropraktiker und/oder Osteopath mit ein paar zweifellos raffinierten Griffen und Bewegungen die Progedienz einer Skoliose stoppen oder gar korrigieren kann. Wenn einer das behauptet, dann sage ich ihm ins Gesicht, daß er ein Scharlatan und Quacksalber ist. Allenfalls zusätzlich untzerstützend und schmerzbefreiend kann Chiropraktik oder Osteophatie helfen.
KG nach Schroth und/oder Vojta sind die Basistherapie, können aber allein keine Skoliose über 20°Cobb aufhalten.
Deshalb sollten Eltern ihre Kinder zur frühzeitigen und konsequenten Korsett-Therapie ermutigen und sie massiv unterstützen. Es ist nicht gerade motivierend für Kinder und Jugendliche, wenn sie spüren, daß die eigenen Eltern nichts davon halten, es innerlich ablehnen und ständig nach unbewährten Alternativen suchen.
Kinder sollten für das konsequente Korsett-Tragen belohnt und gelobt werden. Viele Eltern machen den Fehler daß sie als Belohnung das Weglassen des Korsetts gewähren.
Nur qualitativ hochwerige Korsetts von erfahrenen Orthopädietechnikern (wie z.B. Rahmouni) führen zum Erfolg der Aufrichtung und OP-Vermeidung.
Lies mal diese Geschichte:
http://milwaukee.brace.nu/Text/SkolioseAktiv.html
oder die:
http://www.baden24.de/d/html/news/stadtk...=21&newsid=5755
Beides waren übrigens Rahmouni´s!
Eine zeitlang ein Korsett zu tragen ist ja für die Entwickung eines Jugendlichen nicht nur negativ. Wer eine Korsett-therapie erfolgreich durchsteht wird später als Mensch konsequenter, ausdauernder, leidensfähiger, gibt in unangenehmen und unbequemen Situationen nicht so schnell auf,lernt selbstbewusster zu werden und achtet mehr auf den eigenen Körper als die meisten anderen Jugendlichen.
Also das Korsett ruhig auch etwas positiv sehen.
Für mein Kind währe das bestmögliche Korsett gerade gut genug, egal wie weit der Weg ist!


Toni

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#9 von BZebra ( gelöscht ) , 30.05.2002 21:34

Lieber Toni,

besser hätte man das wohl nicht sagen können.

Trozdem muß ich Dich hier mal rügen:
Jetzt hast Du schon so viele Beiträge in diesem Thread geschrieben und immer noch bist Du kein Mitglied.

Wie soll man Dich denn erreichen? Gib doch anderen Leuten die Chance dich zu Kontaktieren und von Deinen Erfahrungen und Deinem Wissen zu profitieren.

Es gibt nicht viele Leute die spontan die richtigen Tips geben können (Schroth, Vojta, Rahmouni,...).
Welchen Hintergrund hast Du denn, woher kommt diese Erfahrung? Selber Patient bist Du ja offenbar nicht?

Deinen nächsten Beitrag hätten wir gerne von Toni [Mitglied] und nicht Gast-Toni.

Liebe Grüße
BZebra

p.s. Und bevor sich jemand beschwert, ich seie hier ja auch nirgends zu finden: Mein Datenblatt findet ihr bei
Sabines Skoliose-Info-Forum.


BZebra

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#10 von Toni ( gelöscht ) , 31.05.2002 00:12

Hallo BZerba
Deine Rüge hab ich ernst genommen und versucht mich anzumelden. Aber mit Computern bin ich die dümmste Sau zwischen Narvik und Palermo! Ich bin schon daran gescheitert, daß ich nicht wusste, was für Clankürzel ich unter meinen Unsernamen (mit welchen erlaubten Sonderzeichen?) setzen soll. Als ich gar die Frage, "Was ist ein Atavar" angeklickt habe, hat sich mein armer kleiner Appel sofort aufgehängt!
Überall braucht man Passwörter, die ich mir mit meiner rapide fortschreitender Alzheimer eh nicht mehr merken kann... usw...
Ich bin in meinem Alter schon relativ stolz darauf überhaupt noch ins Web zu gelangen! An der User-Anmeldung scheitere ich oder ich brauche Nachhilfe.

Wenn Dich meine Anonymität stört:
Ich bin Biologie-Ingenieuer und Hygieniker, aber in einem völlig anderen Bereich- der Abfallwirtschaft.
Mit der Biologie der Wirbelsäule und ihren Problemen befasse ich mich seit fast 4 Jahrzehnten als Patient. M.Scheuermann als Jugendlicher, ein schwerer Bandscheibenvorfall mit Lähmungen, später ein Unfall mit WS-Verletzung und das Durchprobieren von ca. 10 Orthopädie-Fachärzten und 5 verschiedenen Korsett´s einige 1000 Stunden in div, Physiotherapien und Rücken- Spezialtrainingsstudios machen einen über die Jahre hinweg auch als med. Laie zum WS-Spezialisten. Dazu kommt, daß ich in meiner engeren Verwandschaft 3 Fälle von juveniler, idiophatischer Skoliose und deren Verläufe unmittelbar erlebt habe.
Leider haben die "Scheuermänner" kein so hervorragend geführtes Forum wie das von Kerstin oder Sabine.

Bei mir selbst hätte rechtzeitig mit konsequenter Korsett-Therapie viel späteres Leid und Schmerz verhindert oder verringert werden können. Alle späteren Versuche dies nachzuhohlen haben zwar etwas Hilfe und Schmerzlinderung gebracht aber keine Heilung.
Deshalb mein verbales Engagement für Compliance und Konsequenz!
Liebe Grüße
Toni


Toni

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#11 von Kerstin , 31.05.2002 07:48

huhu, für den Anfang reicht es auch, wenn du nur einen Usernamen (Toni , und wenn der schon weg ist, noch 'ne Zahl dranhängen) , ein Passwort (nimm halt auch Toni, das vergisst du dann nicht so leicht ) und deine Mailaddy angibst. Alles andere kann man später immer noch verändern


 
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RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#12 von Gika ( gelöscht ) , 01.06.2002 08:36

Hallo Toni,
ich weiss nicht ob es tröstlich ist, aber mir geht es mit Computern (ausser - das Schreiben) ebenso.

Ich habe es gemacht wie Kerstin empfiehlt. Aber ... schön wäre es schon (denke ich beim Ansehen) immer wieder wenn diese schönen, lustigen, aber ja auch aussagekräftigen Feinheiten bei mir auch gingen. Aber, vielleicht ist das ja eines Tages auch möglich.

Aber, was mich beim Lesen immer wieder weit mehr ..?..
Ihr alle wisst so viel, kennt Euch aus, Einzelheiten, Fachwissen, Vorgehensweisen. Ich bin erst seit 1998 auf der Suche und hatte die ersten Jahre kein Glück damit (kein Internet und meine bohrenden Fragen bei den Ärzten wurden eher als unangenehm empfunden und bewirkten auch eher das Gegenteil). Nun fühle ich mich auch irgendwie als nicht dazugehörig, da die Umstände in vielen Bereichen so anders verlaufen sind und verlaufen. Aber trotzdem ist mir das Gespräch mit Euch eine grosse Hilfe und es gibt ja wohl ganz ganz liebe Menschen bei Euch.

Im Moment bin ich (trotz des höheren Alters von 52 J. - fühle mich aber überhaupt nicht danach) immer noch auf der Suche. Mit Euren und mit den Tipps aus einem anderen Forum. Es gibt viele Anzeichen für etwas Entzündliches, dem andere
Punkte aber entgegenlaufen. Nun ich dringe immer intensiver darauf alles abzuklären (leider langsam - wegen des Zeitmangels, wenn man nur abends kann sind Termine immer erst langfristig zu bekommen). Habe auch über Internet (warum wisst Ihr alle von der Prozentzahl) den Hinweis auf eine Gesamtvermessung bekommen, dabei festgestellt, dass ein entsprechender Arzt (haha) genau bei mir um die Ecke ist. Termin bei ihm für !!! Ende Juni!!! erhalten.
usw. usw.

Leider kann ich für Euch nicht viel beitragen. Schade.
Aber ich wollte mich nochmal melden. Wenn ich dann genau weiss was Sache ist würde ich mich freuen es Euch erzählen zu können.

Liebe Grüsse (auch für Kerstin)

Gika


Gika

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#13 von Kerstin , 01.06.2002 11:03

Ich bin schon gespannt
Medlde dich dann gleich wieder !!!


 
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RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#14 von BZebra ( gelöscht ) , 01.06.2002 12:44

Eine Messung nach Cobb durchzuführen ist garnicht so schwer. Ich mache das immer selbst.

Im Roche Lexikon Medizin gibt es reichlich Fachinformation zu Skoliose und unter anderem auch dieses Bild (hier wesentlich besser zu sehen) als Anleitung zur Messung nach Cobb.



Dabei verfährt man in der Regel nach Abb. Nr. II (da genauer). Die beiden Wirbel a sind die Wirbel, die im größten Winkel zueinander stehen (sie entsprechen also einem Wendepunkt). Schlimmstenfalls kann man sich hier um einen Wirbel vertun und eine etwas geringeren Krümmungsgrad ermitteln.

Man hält das Röntgenbild gegen eine möglichst helle Lichtquelle. Zuhause kann man es z.B mit Tesafilm an ein helles Fenster kleben und/oder das Fenster mit einer hellen Lampe beleuchten. Die Linien kann man mit Bleistift und Lineal auf ein darübergelegtes Pauspapier (Brotpapier)zeichenen. Noch besser geht es, wenn man eine Klarsichthülle zerschneidet, diese (einlagig) über das Röntgenbild klebt und die Linien mit einem harten Bleistift in die Folie drückt. Man sieht das Bild dann besser, als mit dem Pauspapier.

Der Winkel des Bogens entspricht dem Winkel Alpha. Im Bild oben erkennt man schlecht die Buchstaben, schaut Euch lieber das Original an.

Viel Erfolg!
BZebra


BZebra

RE: Ist ein Korsett wirklich nötig?

#15 von Anton ( gelöscht ) , 01.06.2002 15:13

Hallo Gika

Ich hoffe der neue Spezialist findet endlich eine Diagnose!
Die Skoliosen bei Jugendlichen sind leider meistens idiophatisch. Das bedeutet, daß bis heute KEINE Ursache für das Entstehen von Skoliosen bekannt ist. Es gibt aber sehr viele Hyphothesen.
Ursache für eine Skoliose einer über 50-jährigen Frau ohne Rheuma-Zeichen (Entzündungszeichen in den Blutwerten)????

Kann es sein, daß es eine Fehlstatik in Folge Schwäche der wirbelsäulenbegleitenden Halte- und Streckmuskulatur ist?
Dann hätte eine aufbauende und kräftigende KG z.B. KIESER-Training helfen müssen.

Kann Morbus Bechterew bei einer Frau 100 % ausgeschlossen werden. Das bekommen normalerweise nur Männer, aber früher. Ist so eine Art M.Scheuermann aber später. Lässt sich am Blut relativ sicher nachweisen.

Hast Du Übergewicht, eine Beinlängendifferez, Beckenschiefstand?

Hast Du vieleicht zu den bisherigen Blutproben vorher irgendwelche Antiphlogistika eingenommen, die Rheumamarker unterdrückt haben? z.B. Ibuprophen oder Diclophenac?

Schläfts Du schlecht, oder falsch (zu weiche, zu harte Matraze, schlechte Lage und Schlafhaltung)?

Unabhängig vom Spezialisten könntest Du selbst einen harmlosen Test auf okult ablaufende Entzündungen machen:
Nimm ein paar Tage hochdosiert Vitamin E mindestens 800 bis 1000 mg pro Tag Alpha-Tocopherol = Vit.E ein und dazu Teufelskralle!
Du könntest auch H 15 ( Boswelliana-Harz oder auch Indischer Weihrauch) einnehmen. Ein sehr starker aber sehr nebenwirkungsarmer Entzündungshemmer (im Vergleich zu Ibupr. oder Diclophenac) aus der Ayurveda-medizin Ist leider in Deutschland immer noch schwer zu bekommen. Aber ein guter Apotheker kanns besorgen!

Wenn Du darauf deutlich beschwerdeärmer oder gar Beschwerdefrei wirst, sind mit relativ hoher Sicheheit irgend welche Entzündungen im Spiel!
Du könntest diesen test auch mit Diclo oder Ibu. (z.B. Aktren) machen, aber besprich das unbedingt mit einem Arzt. Die eventuellen Nebenwirkungen dieser Entzündungshemmer sind gar nicht lustig!!!

Kann es auch mit der Wechseljahr-Hormonumstellung (Osteoporose) zu tun haben? Davon hab ich als Männchen aber wenig Ahnung.

Ein weiterer Test ist: Laß Dir Extensionen (z. B. nach Cotrel) bei einem Physiotherapeuten verordnen. Oft fehlt den Bandscheiben nur mal etwas Streckung und Entlastung! Die werden ja nicht aktiv durchblutet sondern nur osmotisch ein bischen ernährt. Intermittierende Extension KANN!!! dafür sorgen, daß die Faserringe, die den Galertkern in der Bandscheibe umschliesen wieder etwas "saftiger" werden. Auch irgendwelche entzündungsmindernden Medikamente gelangen dann besser in die Bandscheibe und deren Umgebung.
Ich hab mir in der Wohnung ein kurzes Trapez an die Decke gedübelt. Daran kann ich Klimmzüge machen und mich "aushängen". Viele besucher in meiner Wohnung hängen sich spontan sofort dran und stöhnen dann: " Ahhhh, das tuuuuut guuuut!"
So eine Streck-Aushäng-"Affenschaukel" gehört meines erachtens in JEDES Menschenbiotop (Wohnung) zur artgerechten Menschenhaltung dazu!

Ich selbst habe auch schon verdammt viel ausprobiert.
Das beste, was mir bis jetzt geholfen hat (außer intensivem Sportstudiotraining:
ich habe mir ein Milwaukee-Korsett machen lassen. Ich trage es täglich nur ein paar Stunden. Es ist symetrisch und korrigiert meinen teilfixirten Scheuermann (Hyperlordose und hochthorakiale Kyphose). Das Milwaukee gilt zwischenzeitlich bei den Orthopäden als veraltetes Foltergerät und seit Cheneau als obsolet. Aber es ist ein Korsett, das rigoros zur Aktiven Steckung und Aufrichtung zwingt. Passiv halte ich es keine 5 Minuten darin aus. Von wegen Korsett führt zur Muskelerschlaffung! Im Gegenteil. Ich bin seit ich es habe (ca. 2 Monaten) fast völlig beschwerdefrei. Das ist für mich ein "Traumzustand", den ich nicht mehr für möglich gehalten habe!
Also gib nicht auf. Kämpfe, fordere, probiere!
Verlass dich nicht nur auf Spezialisten!
("Ein Spezialist ist Einer, der von immer Weniger immer mehr versteht, bis er irgendwann vom Nichts alles weiß!")
Halt uns auf dem Laufenden, wie es Deinem Rücken mit "idiophatischer" Spätskoliose weiter geht.
Liebe Grüße und gute Besserung
Toni (War als Username schon belegt. Anton hasse ich!)


Anton

   


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