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RE: Erfahrungsbericht

#1 von Gez. Claudia ( gelöscht ) , 25.10.2001 19:04

Hallo Kerstin!

Danke für deine Mail. Deinen Erfahrungsbericht finde ich sehr interessant. Eine HP habe ich leider noch nicht.
Bezüglich der neuen und besseren OP-Methoden bei Skoliose geht es dir wie mir, ich bin auch etwas zu früh geboren. Bin 1987 in Dresden (ex-DDR) operiert worden, wo einiges verpfuscht wurde, da nur die untere Krümmung begradigt (Op von der Seite, jedoch mit Riesennarbe) und die obere Krümmung nicht berücksichtigt wurde, so dass die obere sich dann vom 50° auf 108° Krümmungswinkel verschlechtert hat. Hatte auch ziemliche körperliche Probleme. Zum Glück haben wir dann die Klinik in Bad Wildungen gefunden, wo mit Halo-Extension und zweiter OP ein oberer Krümmungswinkel von 50° erreicht wurde.

Vom Flatbacksyndrom habe ich noch nichts gehört, muß aber auch sagen, dass ich (noch) keine Schmerzen habe, bin aber auch erst 25. Habe mal gehört, dass man mit Stärkung der Rückenmuskulatur einiges lindern kann, bin ich dieser Beziehung aber auch etwas faul *g*. Mir geht es viel besser als vor der letzten OP, habe allerdings noch Atemprobleme.

Unzufrieden bin ich nur mit meinem Restrippenbuckel, der auch in einer kosmetischen Operation beseitigt werden könnte. Besteht bei dir auch noch ein Rippenbuckel, oder hast du ihn evtl. entfernen lassen?

gez. Claudia


Gez. Claudia

RE: Erfahrungsbericht

#2 von Kerstin , 25.10.2001 19:09

Normalerweise korrigiert sich der Rippenbuckel durch die Korrektur der Wirbelsäulenverkrümmung anteilig. Die Charité empfiehlt generell eine Rippenplastik, wobei über den OP-Schnitt kleine Stückchen aus den "Buckel-Rippen" entfernt werden. Die verbleibende Rippe kann sich anschließend wieder flach anlegen und verwächst in der korrigierten Position.

Bei meiner Harrington-Operation war die Technik noch nicht sooo weit wie heute. Ich weiß, dass das Entfernen des Rippenbuckels geht, aber ich würde mich dafür niemals mehr unters Messer legen


 
Kerstin
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RE: Erfahrungsbericht

#3 von Gez. Claudia ( gelöscht ) , 26.10.2001 18:54

Hallo Kerstin!

Deine Homepage hat sich ja sehr verändert, gefällt mir sehr gut. Das mit dem Forum ist auch eine gute Idee, zumal man dort sieht, dass man nicht die einzige ist, die eine etwas schwerere Skoliose hat.

Also erstmal. ich wohne in Leipzig, studiere derzeit Medizin, aber noch in den Anfängen...

Ich hatte wohl überlesen, dass du auch im Osten operiert worden bist. Das finde ich interessant, da meine erste OP in Dresden war, wo ich keine guten Erfahrungen gemacht hatte, da es wie gesagt danach wesentlich schlimmer (zumindest im oberen Bereich) wurde.

Das Komische war nur, dass ich nach der ersten OP 1987 in Dresden auch ungefähr 1/4 Jahr (oder länger?), nur liegen durfte (zu Hause mit Gips!), wie du wohl auch. Nur 4 Jahre danach war die zweite OP in Hessen und dort durfte ich 2 Wochen nach der OP mit Gips schon aufstehen und nach Hause. Entweder hat sich in der Zeit sehr viel getan, oder "drüben" war man schon etwas weiter, ich weiß es nicht.
Wieviel Grad Verkrümmung hast du eigentlich zur Zeit noch?

Zu den Folgeschäden denke ich, dass sie nicht unbedingt eintreten müssen, man darf sich nicht verrückt machen lassen. Ich gehe übrigens auch nicht mehr zu den Nachuntersuchungen. Die ersten Jahre nach der letzten OP war ich, seitdem hat sich nicht an meiner WS verändert, also fand ich es irgendwann unnötig, aber vor allem war mir der Weg zu weit nach Hessen.

Von Stabbruch und -lockerung hab ich auch schon gehört, auch von damaligen Mitpatientinnen, aber das sei nicht so schlimm, da der Stab nach einigen Jahren nicht mehr gebraucht wird, weil die WS versteift ist.
Theroretisch kann man sich den stab auch entfernen lassen, wurde mir gesagt.

Über einen Erfahrungsbericht habe ich auch mal nachgedacht, schon damit man sich später mal erinnert, da man ja doch vieles vergißt. Zeit habe ich auch nicht *g*, aber es brauch ja nicht in 1 Monat fertig sein...

Also bis später

Viele liebe Grüße
Claudia


Gez. Claudia

RE: Erfahrungsbericht

#4 von Kerstin , 26.10.2001 18:59

Liebe Claudia!

Vielen Dank für deine Mail, ich weiß gar nicht, wie groß bei mir die Krümmung noch ist, aber das werde ich bei meiner Nachuntersuchung im Dezember, die ich endlich mal angeleiert habe, erfragen.

Ich werd den Arzt sowieso mit Fragen löchern *g*. Ich finde das auch irgendwie ungerecht gegenüber damals, dass man heutzutage nicht mehr so lange rumliegen muss, aber die Technik macht halt Fortschritte. Ein Korsett braucht man hinterher auch so gut wie nicht mehr....

Naja, für die, die jetzt dran sind, ist es ja erfreulich, aber man hat ja seinen eigenen langen Krankenhausaufenthalt noch nicht vergessen. Ein Anästhesist hat mir geschrieben, dass dafür die heutigen Operationen wohl noch länger und mit noch größerem Blutverlust verbunden wären, als früher.
Ich hoffe ja sehr, dass es mich nicht noch ein drittest Mal aus irgendwelchen Gründen erwischt.

Da wirst du also Ärztin?! Na, dann wünsch ich dir dafür mal viel Spaß! Und wenn du mal einen kompletten Erfahrungsbericht hast, dann weißt du ja, wohin damit


 
Kerstin
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RE: Erfahrungsbericht

#5 von Nadine ( gelöscht ) , 30.10.2001 14:52

Ich habe mich zuerst auch in Bad Wildungen untersuchen lassen. Dort wollte man mich aber sofort operieren. Ich wurde dann von meinem Orthopäden zuhause nach Cuxhaven geschickt, wo die Skoliose mit einem Korsett behandelt wurde. Mir kam die Klinik in Bad Wildungen vor, wie eine Operations-Fabrik. Man hat sich absolut keine Zeit genommen, mir etwas zu erklären, sondern sofort von der OP angefangen. Mir wurde dann mangelnde Kommunikationsbereitschaft unterstellt. Ich glaube nicht, daß ich nicht kooperiere, wenn ich sage,daß ich darüber ersteinmal in Ruhe nachdenken will. Schließlich ist so eine OP ein massiver Eingriff, der gut überlegt sein muß. Mit Korsett und Krankengymnastik habe ich es geschafft, meine Skoliose um mehr als die Hälfte zu korrigieren.

Gruß Nadine[/i]


Nadine

RE: Erfahrungsbericht

#6 von Claudia2 ( gelöscht ) , 30.10.2001 15:07

Hi Nadine!

Natürlich sollte man als Patient darüber nachdenken können was das Richtige ist und es liegt auch immer am Arzt, ob er dir die Sache und die Möglichkeiten genau erklärt oder nicht. Ich hatte dort sehr nette Ärzte, allerdings muß ich auch sagen, dass der Chefarzt dort, weniger kommunikationsbereit war, vielleicht bist du ja an den geraten *g*.
Allerdings gab es für mich die Frage OP oder nicht sondern die OP war dringend notwendig. Bei mir hatte es sich von 50° auf 108° verschlechtert, gerade weil nicht rechtzeitig operiert wurde.

Alles in allem habe ich aber nur positive
Nachrichten über diese Klinik gehört.
Mit der "Operationsfabrik" könntest du aber trotzdem recht haben...

Von wieviel auf wieviel Grad hast du denn deine Skoliose verbessern können?

Viele Grüße
Claudia


Claudia2

RE: Erfahrungsbericht

#7 von gregor ( gelöscht ) , 30.10.2001 21:00

Hallo,

ich bin ebenfalls dort operiert worden. Eigentlich waren dort fast alle sehr auskunftsfreudig, ausser bei der Chefarztvisite.Aber die ist eh nur ein Witz im Schnelldurchgang. Lediglich ein Oberarzt, glaube er hiess Dr. Stewens oder so ähnlich, war ein echter Miesmacher. Völlig unfreundlicher Patron. Sehr guter Operateur aber ein schlechter Arzt, was das menschliche betrifft. Bei ihm hilft nur, Zähne zusammenbeissen und durch.

gruss gregor


gregor

RE: Erfahrungsbericht

#8 von gregor ( gelöscht ) , 30.10.2001 21:02

Hallo Claudia,

das höre ich zum erstenmal, dass man nachträglich den Rippenbuckel beseitigen kann. Kennst Du eine Klinik, die das macht?

gruss gregor


gregor

RE: Erfahrungsbericht

#9 von Gast ( gelöscht ) , 01.11.2001 14:12

Hi Gregor!

Genau, die Chefarztvisite hätten sie sich auch sparen können *g*. Aber mir ist es in diesem Fall lieber, wenn die Ärzte gute Operateure als gute Gesprächspartner sind.
Dr. Stewens kenn ich auch *g*. Auf den ersten Blick fand ich hn auch sehr ernst, aber ich hab ihn einen kurzen Moment auch mal äußerst nett empfunden.

Wegen dem Rippenbuckel hatte ich in Bad Wildungen nachgefragt, ob dies möglich sei. Dort machen sie es auf jeden Fall, routinemäßig.

Viele Grüße

Claudia


Gast

RE: Erfahrungsbericht

#10 von Jenny ( gelöscht ) , 12.02.2003 17:36

Erfahrungsbericht von Jenny

KillerJenny@web.de

Mein Name ist Jennifer Büttner und komme aus Berlin.
Vor zwei Jahren hatte man bei mir Skoliose festgestellt.
"Skoliose" was ist das eigentlich. hatten sich meine Eltern, ich und meine Ganzen Verwandten gefragt.
Naja als ich mich mit meinem Vater ans Internet gesetzt hatten uns nach dem Begriff Skoliose gesucht.
Als wir dann herausgefunden haben, das es eine Wirbelsäulenverkrümmung ist, mussten wir alle erst mal schlucken.
Nach langem hin und her musste ich dann auch noch ein Korsett trage. Nach zwei Jahren tragen und Kur
Immer Vier Wochen am Stück hatte alles nicht geholfen. Ich muss dazu auch sage, dass ich nicht immer
Regelmäßig das Korsett getragen habe.
Dann meinte mein Kurarzt das ich um eine OP nicht mehr drum rum komme.
Das war so ein Zeitpunkt, wo ich nur noch hätte heulen können, aber ich war auch selber etwas schuld.
Ich hatte eine Krümmung von 70° , aber na ja dann hat mir mein Arzt die Adresse vom Klinikum Neustadt
Gegeben und dort sollte ich auch operiert werden.
Und das tat ich auch.
Und ich muss sagen, das war wie ein Sechser im Lotto den ich dort gewonnen habe.
Die Ärzte waren so nett und die Schwestern auch sehr liebenswürdig.
Jetzt geht es mir wieder so gut wie schon lange nicht mehr,
ich kann fast alles wieder machen und ich bin sehr zu Frieden mit der Arbeit von den Leuten
von Prof. Dr. Henry Halm.
Ich war genau drei Wochen dort im Krankenhaus und dann habe ich nur noch 6 Wochen gebraucht um mich zu regenerieren. Man hat bei mir die unterste Rippe rausgenommen. Sieben Wirbel wurden mir nur versteift statt die ganze Wirbelsäule. Anschließend wurden mir die Bandscheiben rausgenommen und die zerbröselte Rippe mir in die Lücken der Wirbel implantiert.
Jetzt nach ungefähr zwei Monaten bin ich wieder fit wie ein Turnschuh. Kann wieder meiner Lieblings Beschäftigung dem Tanzen nachgehen, und habe gar keine Schmerzen mehr.
Wenn du es noch ausführlicher haben möchtest oder so kannst du dich ja bei mir melden.
Meine E -mail Adresse ist KillerJenny@web.de
Ich würde mich sehr freuen wenn du mir antworten würdest, oder zumindest helfen würdest, meinen Bericht im Internet zu veröffentlichen,
das es alle lesen und zum Klinikum Neustadt in Holstein an der Ostsee fahren
um sich dort operieren zu lassen
Weil es ist einfach das beste was einen passieren kann.

Mit freundlichen Grüßen

Jennifer Büttner


Jenny

   


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