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RE: Skoliose -Behinderungsgrad?

#1 von Kerstin , 27.10.2001 19:24

Ich hab hier mal einen Auszug, den ihr ja vielleicht für euch verwenden könnt:

Ein paar Links dazu gibt es auch noch:
http://www.jurathek.de/inhalt/sozial_behindert.html
http://www.uwendler.de/

Der GdB/F-Grad bei angeborenen und erworbenen Wirbelsäulenschäden (einschl. Bandscheibenschäden, Scheuermann-Krankheit, Spondylolisthesis, Spinalkanalstenose und sog. Postdiskotomiesyndrom) ergibt sich primär aus dem Ausmaß der Bewegungseinschränkung, der Wirbelsäulenverformung und -instabilität sowie aus der Anzahl der betroffenen Wirbelsäulenabschnitte.
Der Begriff Instabilität beinhaltet die abnorme Beweglichkeit zweier Wirbel gegeneinander unter physiologischer Belastung und die daraus resultierenden Weichteilveränderungen und Schmerzen. Sogenannte Wirbelsäulensyndrome (wie SchulterArm-Syndrom, Lumbalsyndrom, Ischialgie, sowie andere Nerven- und Muskelreizerscheinungen) können bei Instabilität und bei Einengungen des Spinalkanals oder der Zwischenwirbellöcher auftreten.
Für die Bewertung von chronisch-rezidivierenden Bandscheibensyndromen sind aussagekräftige anamnestische Daten und klinische Untersuchungsbefunde über einen ausreichend langen Zeitraum von besonderer Bedeutung. Im beschwerdefreien Intervall können die objektiven Untersuchungsbefunde nur gering ausgeprägt sein.


Auszug:
Wirbelsäulenschäden

ohne Bewegungseinschränkung oder Instabilität
0

mit geringen funktionellen Auswirkungen (Verformung, rezidivierende oder anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität geringen Grades, seltene und kurzdauernd auftretende leichte Wirbelsäulensyndrome)
10

mit mittelgradigen funktionellen Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt (Verformung, häufig rezidivierende oder anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität mittleren Grades, häufig rezidivierende und Tage andauernde Wirbelsäulensyndrome)
20

mit schweren funktionellen Auswirkungen in einem Wirbelsäulenabschnitt (Verformung, häufig rezidivierende oder anhaltende Bewegungseinschränkung oder Instabilität schweren Grades,häufig rezidivierende und Wochen andauernde ausgeprägte Wirbelsäulensyndrome)
30

mit mittelgradigen bis schweren funktionellen Auswirkungen in zwei Wirbelsäulenabschnitten
30 endash 40

mit besonders schweren Auswirkungen (z.B. Versteifung großer Teile der Wirbelsäule; anhaltende
Ruhigstellung durch Rumpforthese, die drei Wirbelsäulenabschnitte umfaßt [z.B. Milwaukee-Korsett];
schwere Skoliose [ab ca. 70° nach Cobb])
50 endash 70

bei schwerster Belastungsinsuffizienz bis zur Geh- und Stehunfähigkeit
80 endash 100

Anhaltende Funktionsstörungen infolge Wurzelkompression mit motorischen Ausfallserscheinungen endash oder auch die intermittierenden Störungen bei der Spinalkanalstenose endash sowie Auswirkungen auf die inneren Organe (z.B. Atemfunktionsstörungen) sind zusätzlich zu berücksichtigen.

Bei außergewöhnlichen Schmerzsyndromen können auch ohne nachweisbare neurologische Ausfallserscheinungen (z.B. Postdiskotomiesyndrom) GdB/MdE-Werte über 30 in Betracht kommen. Das neurogene Hinken ist etwas günstiger als vergleichbare Einschränkungen des Gehvermögens bei arteriellen Verschlußkrankheiten zu bewerten.


 
Kerstin
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RE: Skoliose -Behinderungsgrad?

#2 von Gast ( gelöscht ) , 22.12.2001 18:41

Hallo Kerstin,

Im Kindesalter wurde bei mir eine Skoliose im Lendenwirbelbereich festgestellt. Daraufhin bekam Krankengymnastik und das wars dann auch.
Heute bin ich 34 Jahre alt und habe seit einigen Jahren teilweise schon erhebliche Rückenschmerzen.
Eine Untersuchung beim Orthopäden und anschl. MRT ergaben das die Skoliose immer noch vorhanden ist (jedoch lediglich eher eine der leichteren Art), ich in diesem Bereich ein ausgeprägtes Hohlkreuz habe, was zur Folge hat das durch die stärkere Verkrümmung an zwei Lendenwirbeln bzw. dazwischen die Bandscheiben vortreten (2 leichte Bandscheibenvorfälle). Zu dem kommt noch, das durch die Verdrehung der Wirbel die Wirbelkörper teilweise deformiert sind und auch das zu Schmerzen und somit Bewegungseinschränkung führt.
Meinst Du es ist überhaupt sinnvoll einen Antrag auf Behinderungsgrad zu stellen?

Viele Grüsse Thomas


Gast

RE: Skoliose -Behinderungsgrad?

#3 von Kerstin , 22.12.2001 19:20

Ich würde es IMMER versuchen, denn mehr als eine Ablehnung kann ja nicht passieren


 
Kerstin
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RE: Skoliose -Behinderungsgrad?

#4 von Marion ( gelöscht ) , 08.09.2004 13:31

Hallo, Kerstin,
Vielen herzlichen Dank für Deine Angaben zum Behinderungsgrad. Danach suche ich schon lange und gestern nun bin ich auf dieses Forum gestossen. Habe kürzlich den Schwerbehindertenausweis beantragt und hoffe, ich bekomme wenigstens 50 zugesprochen. Den Grad meiner Krümmung weiß ich nicht. Es ist aber immer von "schwerster Skoliose" die Rede bei mir. Der Phiosiotherapeut, bei dem ich momentan bin, sagt, es ist mit die schwerste Skoliose, die er bei "ansonsten Nichtbehinderten" gesehen hat. Dafür, daß die Verkrümmung derart stark ausgeprägt ist, meinte er, hätte ich eine exzellente Körperhaltung (war für mich ein Kompliment). Denn als ich bekleidet war, hätte er nichts gesehen. Der Schock kommt bei mir erst, wenn ich mich "entblättere".
Alles Gute allen Leidensgenossen und -genossinnen
Grüße von Marion


Marion

RE: Skoliose -Behinderungsgrad?

#5 von Gast ( gelöscht ) , 30.11.2004 18:17

Meinen Grad der Verbiegung weiß ich nicht. Aber mein Grad der Behinderung beträgt 60 %. Nur mit der Anerkennung des Merkzeichens "G" hat es noch nicht geklappt. Was mache ich falsch? Warum glaubt mir keiner?


Gast

   


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