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RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#1 von Feuereule ( gelöscht ) , 21.02.2003 23:31

Hallo Ihr, die schon schlauer seit, als ich!
Im März erwarte ich nun diese Riesen-OP. Seit 1 Jahr bin ich dafür in der Werner-Wicker-Klinik in Bad Wildungen angemeldet. Nach Meinung der Ärzte ist dies der richtige Schritt, da ich andernfalls in einigen Jahren dauerhafter Schmerzpatient sein werde und warscheinlich nicht bis zur Rente durcharbeiten kann.
Leider empfand ich die Informationen seitens der Klinik im Vorfeld als recht dürftig. Auch habe ich jetzt, kurz vor der OP noch immer nichts schriftliches in der Hand. Und den genauen Termin teilt mir die Bettenplanung ca. 2-3 Tage vorher mit. All das empfinde ich angesichts dieser großen Sache nicht gerade optimal. Man macht sich natürlich viele Gedanken und hat so viele Fragen, die einem keiner richtig beantworten kann. In diesem Forum habe ich jedoch mehrheitlich gelesen, dass die W.-W.-Klinik gute Ergebnisse erzielt. Das macht mir denn doch wieder Mut. Trotzdem gibt es noch Fragen, die Ihr mir vieleicht aus Eurer Erfahrung beantworten könnt.
Alle Operierten, von denen ich hier gelesen habe waren zum Zeitpunkt der OP bedeutend jünger als ich. Ich bin 41 Jahre. Habt Ihr schon einmal von einer OP in diesem Alter gehört, und waren auch da die Ergebnisse noch zufriedenstellend?
Ich arbeite als Pfleger in der häuslichen Krankenpflege. Das ist natürlich mit körperlichen Anstrengungen und unter anderem mit Heben von Patienten verbunden. Werde ich irgendwann wieder so belastbar sein, dass ich diesen Beruf weiterhin ausüben kann?
4 Wochen dauert ja etwa der Krankenhausaufenthalt. Wie sieht die Weiterbehandlung aus, und wann werde ich wieder voll einsatzfähig sein?
Wie ich gelesen habe, kann man hinterher nicht sitzen. Wie lange dauert diese Phase und wie behilft man sich in dieser Situation?
Wie lange wird es voraussichtlich dauern, bis ich wieder Auto fahren kann?
Ich freue mich über jeden, der mir meine Ungewissheiten nehmen kann.
Vieleicht gibt es hier ja auch noch jemanden, der seinen OP-Termin ebenfalls gegen März oder April in der W.-W.-Klinik hat, so dass ein persönlicher Erfahrungsaustausch vor Ort stattfinden kann?! Denn geteiltes Leid ist halbes Leid!
Tschüß aus Berlin,
Axel.


Feuereule

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#2 von BZebra ( gelöscht ) , 22.02.2003 12:56

Hallo Axel,

arbeiten in einem Pflegeberuf der mit schwerem Heben verbunden ist? Da brauchst Du Dir wenig Hoffnung zu machen. Diesen Beruf wirst Du aufgeben müssen, wenn Du Dich nicht vollständig ruinieren willst.

Als Operierte/r wird man noch nicht mal zu einer Ausbildung zur Krankenschwester/Pfleger zugelassen, weil die Belastung für den Rücken zu groß ist.
Und mal abgesehen davon, rufst Du durch Tätigkeiten dieser Art einen unheimlichen Verschleiß der restlichen nicht versteiften Wirbel hervorrufen. Du ruinierst Deine Gesundheit mit soloch einer Tätigkeit selbst, als Operierter noch eher als ein nicht Operierter.

Wieviel Grad beträgt denn Deine Skoliose? Das wäre auch wichtig zu wissen.

Liebe Grüße,
BZebra

p.s. Für weitere Skoliose-Recherche im Netzt kannst Du auch mal im http://skoliose-info-forum.de vorbeischauen.


BZebra

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#3 von Otello ( gelöscht ) , 22.02.2003 18:08

Hallo Axel,
habe gerade deinen Bericht gelesen. Vor knapp 6 monaten ging es mir genauso wie Dir.Bin bereits am 17.09.2002 in der Werner -Wicker- Klinik operiert worden.Ich hatte eine Skoliose im Lendenwirbelbereich von 50C. Jetzt bin ich wieder fast gerade und auch um einige zentimeter wieder größer.
Auch ich muß im März wieder in die Klinik um das Korsett das ich über Monate tragen mußte wieder "abzutrainieren"
(Die Rückenmuskulutur muß nach der langen zeit wieder aufgebaut werden.) Vielleicht treffen wir uns ja dann mal?

Ich schildere Dir nun mal , wie das In der Klinik und mit der OP so wahr.In den ersten 2-3 Wochen passiert außer ein bißchen Röntgen , Blutabnehmen und weiteren Untersuchungen gar nichts. Ach doch Atemtraining hast du noch. Da lernst du richtig zu atmen , wenn du dann auf Intensiv liegst.Aber sonst passiert nicht viel. Darauf kannst Du dich schon mal einstellen. Denn diese Zeit der Warterei ist ganz schönn zermürbend.

Wenn dannn der Tag X dann endlich kommt, kriegst du morgens ein alles egal Tablette. dann schieben sie dich in den op-saal. das habe ich schon gar nicht mehr mitbekommen.
nach ungefähr 5 Stunden op kommst Du dann auf die Intensivstation. Dort bleibst du dann zwischen 3-8 tage unter Umständen auch länger. Kommt darauf an ob du eine Thoraxtrainage gelegt bekommst oder nicht. Das wiederum kommt darauf an,wie weit nach oben Deine Wirbelsäule versteift wird.
Nach den Tagen auf Intensiv kommst du dann wieder auf deine normale Station zurück. Ca. 2 Tage später bekommst du ein Gipskorsett verpasst. Wenn der getrocknet ist, darfst du mit deinem Krankengymnast deine ersten Schritte gehen und aufstehen.
So 10-14 Tage später wirst du dannn dein Kunststoffkorsett bekommen das du dann ein halbes jahr tragen mußt. Dann kommt die Entlassung.
Ich war mit allem drum und dran 6 Wochen in der Klinik, wobei ich eine der ganz wenigen war die mit dieser zeit hingekommen sind. Viele andere wurden kurz vor der OP immer wieder verschoben , weil die Ärzte das Pensum einfach nicht schafften.

Ich habe hier ganz bewußt sehr nüchtern den Ablauf der Einweisung , der OP, und was dazwischen ist geschildert.
Klar hast du Schmerzen oder meinst das du einfach nicht mehr kannst. Aber glaube mir das geht alles vorbei und du wirst alles schnell vergessen was unangenehm war.
Wenn du noch etwas wissen möchtest kannst du dich gerne an mich wenden und wer weiß, vielleicht sehen wir uns ja auch im März in der Wicker Klinik.
Ich wünsche Dir auf jeden fall alles Gute.


Otello

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#4 von Otello ( gelöscht ) , 22.02.2003 18:35

Hallo Axel.

noch etwas, die Wicker Klinik ist eine der besten auf diesem Gebiet. Und die Ergebnisse, auch bei den nicht mehr ganz jungen ( ich selbst bin 35 Jahre) können sich sehen lassen.Nur , was auch mei Vorredner bereits erwähnte, mit deinem Job wird das wohl nichts mehr. Bei körperlichen Anstrengung wie schweres heben oder ähnlichem droht die Gefahr, das die der eingesetzte Stab im Rücken bricht. Und dann beginnt unter Umständen alles noch mal von vorne.
Und das willst du doch nicht. Also evtl eine Umschulung machen.

Viele Grüße
Astrid


Otello

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#5 von Feuereule ( gelöscht ) , 22.02.2003 23:56

Hallo BZebra,
Das finde ich natürlich sehr schade, da dieser Beruf meine Berufung ist. Ich arbeite seit ca. 10 Jahren im sozialen Bereich, überwiegend in der Hauskrankenpflege. In meinen ursprünglichen Beruf kann ich auch nicht zurückkehren, der ist nähmlich Kellner, genauso rückenunfreundlich. Da werde ich mich wohl völlig umorientieren müssen. Schade.
Schöne Grüße, Axel.


Feuereule

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#6 von Feuereule ( gelöscht ) , 23.02.2003 00:17

Übrigens, die Gradzahl meiner Krümmung beträgt oben 54 und unten 48 Grad. Na und ich muss zugeben, der optische Aspekt ist auch nicht so ohne, das hat meine Psyche und mein Selbstbewußtsein doch schon erheblich angekratzt. Daher meine bange Frage: Werde ich mich hinterher auch äußerlich wohler fühlen? Aber das Hauptproblem sind natürlich die Schmerzen, unter denen ich seit ca. 5 Jahren leide und die immer mehr zunehmen. Seit etwa 2 Jahren ist es nicht nur der Rücken, sondern auch der Brustkorb verursacht einen Schmerz, als ob er zusammengedrückt wird.
Komisch war übrigens, dass die Ärzte der Charite in Berlin nach einer Untersuchung meinten, ich sei zu alt, da käme eine OP nicht mehr in Frage. Mein Orthopäde riet mir daraufhin, mich mal in der Wickert-Klinik vorzustellen. Dort schüttelte man über diese Aussage den Kopf und empfand eine OP in meinem Fall durchaus als sinnvoll und angebracht. Na und wie gesagt, nun ist 1 Jahr um und ich warte jeden Tag auf den entscheidenden Brief.
Gruß, Axel


Feuereule

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#7 von Feuereule ( gelöscht ) , 23.02.2003 00:39

Hallo Otello,

Danke für Deine sehr umfangreichen Informationen!
Ich weiß auch von anderen Seiten, dass die Wicker-Klinik einen sehr guten Ruf hat, aber mit Informationen im Vorfeld sind sie eher sparsam, da weiß ich mehr aus dem Netz, als von den Ärzten.
Wurdest Du von vorn oder hinten aus operiert? Ich habe gehört, von vorne ist der Eingriff schwieriger, aber der Erfolg größer!?
Auch mir wurde gesagt, dass ich hinterher ca. 4 cm größer sein werde. Na dann wollen wir mal sehen, wie die Welt mit 1,90 m aussehen wird.
Es ist zwar lächerlich, aber weißt Du, welches eines meiner großen Probleme ist? Ich bin leidenschaftlicher Raucher und als ich von Dir gelesen habe: 4-8 Tage Intensivstation, da habe ich mir schon mit Grausen vorgestellt, wie ich dort bewegungsunfähig liege und die ganzen Tage keine Möglichkeit habe, eine Zigarette zu rauchen!!!!!!!!!!!!
Du schreibst, dass man dass Korsett ca 6 Monate tragen muss. Ist man während der gesamten Zeit noch krankgeschrieben, oder ab wann kann man beruflich wieder einsteigen?
Außerdem schreibst Du ja, dass Du jetzt wiedr für einige Tage zum Muskelaufbau hin musst. Geschieht dies mit jedem operierten?
Wäre natürlich toll, wenn wir uns dort sehen könnten. Hast Du schon den genauen Termin?
Ich drücke Dir die Daumen, tu dies bitte auch für mich!
Aus welcher Gegend kommst Du eigentlich?
Berliner Grüße von Axel!


Feuereule

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#8 von Feuereule ( gelöscht ) , 23.02.2003 00:43

Hallo Otello, da Deine OP noch nicht lange zurückliegt und Du in der selben Klinik operiert wurdest, wo ich die OP demnächst vor mir habe, sind mir Deine Erfahrungsberichte im Moment am wertvollsten. Wenn Du möchtest kannst Du mich gerne mal anrufen, so dass man umfangreicher über alles plaudern kann.
Meine Telefonnummer: 030/6511580.
Aber auch alle anderen, die lieber sprechen als schreiben möchten können mich gerne anrufen. Ich will unbedingt vorbereitet sein, was in den nächsten Wochen auf mich zu kommt.
Gruß, Axel [f1][ Editiert am: 23-02-2003 1:18 ][/f]


Feuereule

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#9 von BZebra ( gelöscht ) , 23.02.2003 16:50

Hallo Feuerle,

mit 54° operieren? Hast Du denn schon alles andere ausprobiert? Krankengymnastik (nach Schorth), eine Reha in Sobernheim oder Bad Salzungen, Krafttraining, Korsett (auch im Erwachsnenen alter). 54° sind nicht viel, mit solchen Gradzahlen operiert man in der Regel nicht sondern probiert andere, konservative Methoden aus um die Schmerzen zu bekämpfen. Davon ist Korsett-Versorgung gegen die Schmerzen eine sehr effektive.

Du kannst Dich hierzu mal im Skoliose-Info-Forum.de unter Korsett-Therapie -> Korsett im Erwachsenenalter informieren.

Die Werner-Wicker-Klinik ist leider dafür bekannt nicht nur schlecht zu beraten, sondern auch kleine Skoliosen zu operieren, bei denen eine Operation noch problemlos mit anderen Mitteln umgangen werden könnte.
Auch technisch gilt die OP in Neustadt-Holstein als die bessere.

Informier Dich besser noch mal anderweitig zu den konservativen Behandlunsgmethoden. OP mit so wenig graden ohne vorher alle Alternativen ausgeschöpft zu haben. Ich würd's nicht machen. Das die Schmerzen danach weg sind garantiert Dir keiner, bie vielen bleiben sie, und Deinen Beruf kannst Du dann definitiv vergessen.

Liebe Grüße,
BZebra


BZebra

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#10 von grinsekatze ( gelöscht ) , 23.02.2003 18:07

hi axel! ich bin zwar erheblich jünger als du, aber auch in der wwk operiert worden. dort hab ich auch sehr viele erwachsene kennen gelernt, die operiert wurden. und keiner war damit unzufrieden. meine eltern und ich waren zuerst auch nicht sehr von den informationen bezüglich der op begeistert, aber dann waren wir doch sehr froh, dass ich in der wwk operiert wurde. dort ist alles sehr profesionell und du bist sicher in guten händen!!! da verwett ich meinen rücken.
ciao


grinsekatze

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#11 von cori ( gelöscht ) , 03.04.2003 13:28

Hallo, warum kann man dann nicht mehr normal arbeiten? ich mache nach meiner OP seit Dez. 99, eigentlich alles weiter wie bisher! Und ich war nur 3 Wochen im Krankenhaus, 2 Tage Intensiv, 7 Tage nur liegen, dann mit KGin aufstehen und langsam mit Krankengymnastik anfangen! Ich habe auch kein Korsett gebraucht. Wie oben gesagt 3 Wochen Krankenhaus und nach guten 2 Monaten fast wieder die Alte Cori. Leichte Schmerzen hab ich auch jeden Tag sie sind aber sehr erträglich!!!


Lieben GRUSS CORI

BIN IN EMMERICH OPERIERT WORDEN! DORT ARBEITET NÄMLICH EIN WIRKLICH GUTER WIRBELSÄULENSPEZIALIST UND DIE ORTHOPÄDIE IND EMMERICH IST AUCH NICHT UNBEKANNT!


cori

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#12 von Gast ( gelöscht ) , 04.04.2003 11:07

Zitat
Gepostet von cori
BIN IN EMMERICH OPERIERT WORDEN! DORT ARBEITET NÄMLICH EIN WIRKLICH GUTER WIRBELSÄULENSPEZIALIST UND DIE ORTHOPÄDIE IND EMMERICH IST AUCH NICHT UNBEKANNT!



Wo ist Emmerich und wie heißt der Orthopäde?


Gast

RE: Skoliose-OP demnächst und noch viele Fragen!

#13 von cori ( gelöscht ) , 04.04.2003 13:22

Hallo Emmerich liegt in NRW, an der holländischen Grenze! Der Arzt heißt Professor Dr. Siegling!

Lieben Gruss Cori


cori

   


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